
nerver nummer eins: der programmieraff’
Februar 25, 2007du hast dir unter aufbietung aller gehirnwindungen zig ideen rausgequetscht, am ende sind drei oder fünf zum kunden gegangen, er hat sich nach hartem kampf für eine - im idealfall deinen liebling - entschieden und jetzt geht’s an die umsetzung. ist es eine offlinegeschichte, musst du dich mit dem fotografen und seiner entourage auseinander setzen und, wenn die sache international zum einsatz kommt, mit einem übersetzer. das problem mit denen: die sehen sich ebenfalls als kreative und wollen ihren “footprint” in der sache hinterlassen. ist auch legitim: wenn es das ergebnis besser macht.
anders sieht es bei umsetzung von onlineprojekten aus. da kommt nämlich - nachdem der vertriebler (vulgo: kontakter/berater) des dienstleisters das blaue vom himmel runterversprochen hat (”geht alles, kein problem, können wir machen”) irgendwann der programmierer von dem laden an und erzählt dir erstmal stundenlang, was alles nicht geht. statt sich konstruktiv einzubringen und vorschläge zu machen, wie die aufgabe zu lösen ist, redet er sich auf irgendwelche blabla-restriktionen raus. so macht es die faule sau in der regel. weil er keinen bock hat. weil er will, dass deine idee so angepasst wird, dass er es möglichst einfach und bequem hat. der verlässt sich einfach drauf, dass du keine ahnung hast. was ja auch stimmt. auch nach mehreren telefonaten oder noch schlimmer: meetings (!), also vollkommen sinnloser geldverbrennung, die null bis wenig besserung gebracht haben, gehst du zum kollegen O., der eigentlich fürs dtp zuständig ist, von dem du aber weißt, dass er auch in diesem bereich was drauf hat. du trägst ihm in einer gemeinsamen mittagspause vor, um was es geht und er sagt dir “das ist zwar ein bisschen nicklich, kann man aber so und so machen”. dir schwillt der kamm, denn du weißt genau, dass der programmieraff’ vom dienstleister das wissen muss. du berufst eine telefonkonferenz ein, in der man dem dienstleister die geschichte ganz diplomatisch so verkauft, dass er sein gesicht wahren kann. der programmieraff’ meint, “jooo, das kann man mal probieren…” am liebsten würdest du jetzt durchs telefon springen und dem idioten an die gurgel gehen. am ende geht dann doch alles so, wie du es haben wolltest. du denkst: nie wieder mit diesen typen.
dem kollegen O. bezahlst du abends 30 bier.
und das nächstemal arbeitest du wieder mit diesem lieferanten weil er das “beste angebot” gemacht hat….

Hier eine Lösung des Problems: Ziehe zwei oder drei Programmieraffen aus zwei oder drei unterschiedlichen Läden zum Briefing hinzu (nur einer davon kann gewinnen, klar). Wenn dann einer sagt, das und das ginge nicht, hast du immer einen oder zwei, die dir sagen, dass es doch ginge. Denjenigen, der am häufigsten sagt, dass das alles ginge, und zwar zu einem denkbar günstigen Preis, den nimmst du dann, nachdem du ihm vorher sein Pflichtenheft randvoll gemalt hast …
das ist eine schöne lösung, nur: die auftragsvergabe liegt oft nicht in den händen derer, die sich nachher mit den leuten rumschlagen müssen.
Dann solltest du der Auftragsvergabe mal verklickern, was der und der Auftragnehmer für einsatzunfreudige und zeitraubende Mitarbeiter hat. Sowas kostet schließlich letzten Ende auch Geld, wodurch der günstige Preis, den der Auftragnehmer macht, für euch evt. (mehr als) relativiert wird.
Du musst du dir natürlich überlegen, wo und wie du das am sinnvollsten anbringst.
Es wirkt Wunder, wenn Du im Gespräch mit dem Programmieraff mal Worte wie “Java Applets” oder “Mit PHP müsste das doch machbar sein” gebrauchst.