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wem gehört voltaire?

März 9, 2007

in der auseinandersetzung des aufklärers mit einem gegenaufklärer antowrtet bastian engelke dem herre von “pi” auf seinen artikel “voltaire wäre heute ein rechtsradikaler”. hier ein auszug des vorzüglichen artikels:
[...] Wenn man bestreiten will, dass bei PI Rassismus verbreitet werde, gibt es hier zwei Möglichkeiten. Entweder man behauptet, der beschriebene Mechanismus konstituiere keinen Rassismus, oder man behauptet, der beschriebene Mechanismus konstituiere zwar Rassismus, sei aber bei PI nicht zu finden. Wie verhält es sich damit? Eine Stellungnahme hierzu wäre Voraussetzung einer sachbezogenen Auseinandersetzung über meinen Artikel, da dies die zugrundeliegende Definition von Rassismus ist. Aber nirgends wird darauf eingegangen.
Warum nicht? Was soll man damit anfangen, wenn im Artikelforum mehrfach der krude Unsinn angeführt wird, es könne keinen antiislamischen Rassismus geben, weil der Islam keine Rasse ist? Wenn man noch nicht einmal so weit über das Thema im Bilde ist zu wissen, dass Rassismus gerade darin besteht, dass er sich im Bewusstsein der Rassisten abspielt und nicht in den Genen der für minderwertig Erklärten, dann zeigt das, dass man nicht den geringsten Versuch unternommen hat zu verstehen, worum es hier geht. Aus vollen Rohren feuert man gegen den Artikel und demonstriert zugleich die Weigerung, sich mit seinem Inhalt auseinanderzusetzen - und mit dem Thema Rassismus überhaupt.
Um nicht immer nur mich selbst zu zitieren, hier eine weitere Definition, mit der man arbeiten kann:

“Versucht man, Rassismus zu definieren, so handelt es sich im Kern um ein die Haltung und das Handeln von Millionen Menschen, aber auch die Praxis staatlicher Institutionen bestimmendes Denken, welches nach körperlichen bzw. nach kulturellen Merkmalen gebildeten Großgruppen (z.B. ‘den Weißen’ und ‘den Schwarzen’ oder ‘den Christen’ und ‘den Muslimen’) je eigene, unterschiedliche Fähigkeiten, Fertigkeiten oder Charaktereigenschaften zuschreibt. Dadurch wird die Ungleichverteilung von Rechten und materiellen Ressourcen erklärt, also die Existenz eigener Privilegien bzw. der Anspruch darauf legitimiert, die Gültigkeit universeller Menschenrechte hingegen negiert.”
Christoph Butterwegge: Rechtsextremismus (2002), S. 16
Noch einmal: Ich habe Rechtsextremismus bzw. Rassismus nicht als “Keulen” oder “Totschlagargumente” gebraucht, sondern bin ernsthaft davon überzeugt, dass diese Züge im Antiislamismus deutlich vorhanden sind, und ich habe das begründet.
Nun zu den Zitaten, die neben der Rassismusdefinition Teil der Begründung des Vorwurfs waren. Gelegentlich wird angedeutet oder behauptet, ich hätte aus den Kommentaren bei PI sozusagen vereinzelte “Ausreißer” herausgesucht, um daraus ein verzerrtes Bild zusammenzustellen. Hätte ich das getan, wäre mein Vorgehen in der Tat unredlich gewesen, und deswegen habe ich es nicht getan. In der Wortwahl mögen die Kommentare Ausreißer sein, aber in der Sache halte ich sie für repräsentativ für die PI-Linie. Sonst hätte ich sie nicht angeführt. Es ist auch nicht plausibel, wenn auf einer Webseite immer wieder (zustimmende!) Kommentare einer bestimmten Stoßrichtung zu finden sind, zu behaupten, dies hätte nichts mit der redaktionellen Ausrichtung dieser Webseite zu tun. PIs Zielpublikum oder zumindest ein wesentlicher Teil davon sind eben die Leute, die so denken und so kommentieren. Man mag das beharrlich abstreiten, aber jeder Mensch mit Internetzugang kann es täglich beobachten.[...]
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ps: aufschlussreich auch der letzte abschnitt “vom pauschalen hass zur gewalt”.

Ein Kommentar

  1. Na, das enthebt mich der eigentlich beabsichtigten Zitation dieses vorzüglichen Artikels bei mir. Werde ihn dementsprechend verlinken.


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