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springer-presse: mörderisch wie eh und je

März 29, 2007

unter der ägide des smarten dr. döpfner durfte der deutsche leser schon viel erleben. heute erreicht seine publizistische karriere einen neuen höhepunkt:

er erlaubt seinem mitarbeiter torsten krauel einen beispiellosen artikel zum thema raf zu schreiben, in dem selbiger fordert, dass die menschen, die in irgendeiner form verständnis, vielleicht sogar sympathie für die raf empfunden haben oder dies noch immer tun, sich im stile der stern-geschichte der abtreiberinnen aus den 70ern outen oder geoutet werden.

damit rufen dr. döpfner, der chefredakteur der welt xyz, und krauel selbst zu einer menschenjagd auf, die eines mc carthy absolut würdig ist.

döpfner! schon einmal wurde ein mensch in folge der kampagnen aus ihrem haus ermordet! auch wenn er erst jahre später an den folgen des attentats gestorben ist: rudi dutschke.

es ist genug!

krauel, du selbsternannter menschenjäger: hat ein schleyer, den du so wortreich beweinst, sich jemals zu seiner nazivergangenheit bekannt? hat genau dieser schleyer sich jemals von seiner nazivergangenheit - die bereits anfang der 30er begann - distanziert? hat hanns martin schleyer jemals öffentlich reue gezeigt, für das, was er bis 45 getan hat? ich glaube nicht.

haben die millionen von mitläufern in deutschland und europa sich jemals öffentlich erklären müssen? ich glaube nicht.

krauel, bevor du das maul aufmachst: such unter deinesgleichen!

darf ein ernst zu nehmender journalist schreiben: “Helmut Schmidt kann sich seinen Rathenau, die gottverfluchte Judensau, in Mülhausen abholen – es stand dort so nicht, da stand „korrupte Existenz beendet“, aber der Ton war der gleiche.” ? oder ist er damit ein gottverfluchtes, erzreaktionäres dreck*****?

und selbst wenn die raf nicht anders gewesen wäre als die nazis, wie der typ in seinem unsäglichen, stürmerartigen artikel unterstellt, dann…….

5 Kommentare

  1. Du bist sauer, oder?


  2. [...] noch hinterherlesen???) professional slacker hat zwei sehr interessante Artikel aufgetan, die aus unterschiedlichsten Perspektiven die RAF und den Umgang mit ihr [...]


  3. ich finde es schlicht unglaublich, wie teile der schreibenden zunft grade am rad drehen. in der springerpresse erscheint ein artikel nach dem anderen zum thema raf. und sie werden in der tendenz immer bösartiger. das bringt mich auf die palme, ja.


  4. Zumal schlicht und einfach falsch ist, wie hier der Gegensatz “gute USA - böses Deutschland” kreiert wird. Die USA hatte ihre RAF, die Army of the People, auch Symbionese Liberation Army (SLA)genannt, und die Black Panthers marschierten auf ihren Demos mit Pump Guns. Die Militanz war in den USA viel weiter entwickelt als in Deutschland: Riots mit brennenden Barrikaden, in Chikago 1969 offener Aufstand mit Brandschatzungen von Gebäuden und Schusswaffeneinsatz von Aufständischen gegen Polizisten.
    Im Gegensatz zu Deutschland war dies nicht nur vereinzelte Militanz kleiner klandestiner Gruppen, sondern ähnlich wie in Italien Massenmilitanz.
    Die konstatierte Armee der Sympathisanten hat es nie gegeben, wohl aber pogromartige Hetze gegen alles Linke. Ich erinnere mich an den Deutschen Herbst ganz anders, als dieser Welt-Artikel suggeriert: Eltern, die die Marx-Ausgaben ihrer Kinder öffentlich auf der Terrasse verbrennen, Sprüche wie “Es muss auf dem Hof von Stammheim ein anständiger Galgen aufgestellt werden, und jede Stunde Einer hängen”, ein drittel Jahrgang einer achten Klasse, der aus politischen Gründen eine 6 bekam und nicht versetzt wurde, ein vollbärtiger junger Mann mit Anti-AKW-Sticker, der wegen seines Äußeren erschossen wurde usw.

    Unterschlagen wird auch, dass der Text mit der “Klammheimlichen Freude” zur Distanzierung von der RAF aufruft. Generalbundesanwalt Buback wurde als ein “Hetzer” angesehen, der indirekt für den Tod von Linken (Petra Schelm, Georg von Rauch, Thomas Weißbecker) verantwortlich gemacht wurde. Terrorismus würde bedeuten, dass Linke sich auf das Niveau des Staatsschutzes hinabbegeben würden. So hieß es in dem Mescalero-Aufruf, Linke dürften nicht solche “Killervisagen” bekommen wie Buback. Das mag beleidigend sein, aber es ist das Gegenteil von Sympathisantentum.


  5. ja, vieles könnte man noch anführen, um zu zeigen, dass es in den usa noch um einiges härter zuging zu diesen zeiten - 4 dead in ohio: nationalgarde erschießt an der kent state in cleveland 4 studenten usw usf…

    http://sixty4raccoon.wordpress.com/2007/02/12/free-at-last/


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