Weblog-Archiv für 30. März 2007

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qualitätsjournalismus?

März 30, 2007

dass es auch anders geht, als uns die verfluchte springer-presse und der auflagenverhurte spiegel weismachen wollen, zeigt das leitmedium “süddeutsche zeitung”:

>>Niemand ist vogelfrei
Die frühere RAF-Terroristin Brigitte Mohnhaupt kann nicht uneingeschränkt den Schutz ihrer Privatsphäre einfordern - aber sie darf sich gegen die Jagd auf ihre Person und gegen den permanenten Namenszusatz “Mörderin” oder “Terroristin” wehren. Denn auch eine ehemalige Terroristin hat ein Recht auf Persönlichkeitsschutz und Resozialisierung.

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h1

auf wiedervorlage

März 30, 2007

um für den fall der fälle gerüstet zu sein, hab ich ein paar zeilen vorformuliert, die ich bei bedarf wieder hervorholen kann:

eklat beim spiegel – aust abgelöst!
nachdem es heute zu tumultartigen szenen auf den fluren der chefredaktion des spiegel gekommen ist, gab der verlag um  [insert time] uhr bekannt, dass stefan aust, der langjährige chefredakteur, sein amt mit sofortiger wirkung  niederlegt.  ebenso  wurden die verträge von gabor steingart, mathias müller von blumencron und cc malzahn mit sofortiger wirkung aufgelöst. zur begründung hieß es, die mitarbeiter kg könne die zunehmende boulevardisierung und rechtsdrift des blattes nicht länger hinnehmen. deshalb habe man die reißleine ziehen müssen. 

sowas läse man doch wirklich mal gerne…

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che antwortet krauel

März 30, 2007

es gibt texte, die im kommentarbereich nicht die aufmerksamkeit finden, die ihnen gebührt. deshalb hier ches kommentar zu “springerpresse…” als eigenständiger beitrag:

Zumal schlicht und einfach falsch ist, wie hier der Gegensatz “gute USA - böses Deutschland” kreiert wird. Die USA hatte ihre RAF, die Army of the People, auch Symbionese Liberation Army (SLA)genannt, und die Black Panthers marschierten auf ihren Demos mit Pump Guns. Die Militanz war in den USA viel weiter entwickelt als in Deutschland: Riots mit brennenden Barrikaden, in Chikago 1969 offener Aufstand mit Brandschatzungen von Gebäuden und Schusswaffeneinsatz von Aufständischen gegen Polizisten.
Im Gegensatz zu Deutschland war dies nicht nur vereinzelte Militanz kleiner klandestiner Gruppen, sondern ähnlich wie in Italien Massenmilitanz.
Die [von krauel, ed.] konstatierte Armee der Sympathisanten hat es nie gegeben, wohl aber pogromartige Hetze gegen alles Linke. Ich erinnere mich an den Deutschen Herbst ganz anders, als dieser Welt-Artikel suggeriert: Eltern, die die Marx-Ausgaben ihrer Kinder öffentlich auf der Terrasse verbrennen, Sprüche wie “Es muss auf dem Hof von Stammheim ein anständiger Galgen aufgestellt werden, und jede Stunde Einer hängen”, ein drittel Jahrgang einer achten Klasse, der aus politischen Gründen eine 6 bekam und nicht versetzt wurde, ein vollbärtiger junger Mann mit Anti-AKW-Sticker, der wegen seines Äußeren erschossen wurde usw.

Unterschlagen wird auch, dass der Text mit der “Klammheimlichen Freude” zur Distanzierung von der RAF aufruft. Generalbundesanwalt Buback wurde als ein “Hetzer” angesehen, der indirekt für den Tod von Linken (Petra Schelm, Georg von Rauch, Thomas Weißbecker) verantwortlich gemacht wurde. Terrorismus würde bedeuten, dass Linke sich auf das Niveau des Staatsschutzes hinabbegeben würden. So hieß es in dem Mescalero-Aufruf, Linke dürften nicht solche “Killervisagen” bekommen wie Buback. Das mag beleidigend sein, aber es ist das Gegenteil von Sympathisantentum.

h1

ommmmmmmmmm

März 30, 2007