obwohl mich das buch (”sakrileg”) von anfang an interessierte, kam ich erst im urlaub dazu, es zu lesen. krimis sollte man wohl immer nur im urlaub lesen, oder? anyway. ich fand ihn interessant.

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besonders nett: brown’s interpretation von da vinci’s letztem abendmahl, das ja wohl so manchen christen und theologen auf die palme getrieben hat in der zeit des hypes. exemplarisch dafür steht ein gewisser professor frank zöllner von der uni leipzig, der sich in einem interview mit einem browngegner nicht weniger als bis auf die knochen blamiert mit seinem dünnen, inhaltslosen brown-bashing (nachzulesen unter dem ersten link).
was sagt brown? seiner ansicht nach ist der johannes, der auf dem gemälde links von jesus sitzt, in wirklichkeit kein mann, sondern eine frau, nämlich maria magdalena. doch damit nicht genug: sie sei auch noch schwanger gewesen. potzblitz! dass jesus und magdalena ein paar gewesen seien, begründet brown damit, dass rabbis zur zeit jesi (hört sich komisch an, was? ist aber der genitiv singular von jesus:-) verheiratet sein mussten. zum weiteren beweis seiner these führt brown an, dass da vincis maria magdalena ein blaues gewand und einen roten umhang, jesus ein rotes gewand und einen blauen umhang tragen. ying und yang? männliches und weibliches prinzip? hm, denkt man sich, vielleicht nur ein dummer zufall. andrerseits: sollte ein genialer künstler wie da vinci bei der komposition seiner gemälde irgendetwas dem zufall überlassen haben? unwahrscheinlich. als weiteres indiz, dass die beiden verheiratet sind, nimmt brown die tatsache, dass sich aus den umrisslinien zwischen maria magdalena und jesus der buchstabe “M” wie matrimonium (ehe) nachziehen lässt. weiterhin erklärt brown die auffallend große lücke zwischen maria magdalena und jesus damit, dass da vinci dort ein “V” als symbol für den kelch darstellen wollte. noch ein klopfer! das bedeutet nach brown: den heiligen gral, der das blut christi aufgefangen haben soll und den man sich gemeinhin als kelchartiges gefäß vorstellt, gibt es gar nicht. in wirklichkeit war maria magdalena der gral: sie trug (schwangerschaft!) das blut christi in sich.
wie gesagt: hartes brot für christen, theologen und das kirchenpersonal, aber schlüssig argumentiert. auch wenn sich die these niemals endgültig beweisen lassen wird: die kirche kann’s auch nicht fürs gegenteil.
so ist das halt in glaubensfragen. die wirtschaftswissenschaftler wissen ein lied davon zu singen… 