In der aktuellen ZEIT (39/2007) lesen wir über eine so genannte “Islamkritikerin”: Im Februar 2006 legte die türkischstämmige Soziologin Necla Kelek eine brisante Publikation vor: Eine große Zahl muslimischer Kinder, insbesondere muslimischer Mädchen, nehme nicht am Sport-, Schwimm-, oder Sexualkundeunterricht deutscher Schulen teil. ZEIT-Redakteur Martin Spiewak hat das Thesenpapier und die in der Debatte verbreiteten Fakten gründlich nachrecherchiert und kam im Dezember 2006 zu dem Befund, dei den Versuchen muslimischer Schülerinnen, sich dem Unterricht zu entziehen, handle es sich um Einzelfälle.
In seinem “Clearingprojekt Zusammenleben mit Muslimen” hat der Interkulturelle Rat in Deutschland (RI) bei den zuständigen Fachministerien der Bundesländer nachgefragt und Spiewaks Recherchen bestätigt. “Die religiös bedingte Nichtteilnahme am Schwimmunterricht ist [...] kein flächendeckendes Problem. Es handelt sich vielmehr um Einzelfäll”, heißt es in der Auswertung der Umfrage. Auch der in den Medien geäußerte Vorwurf, Schulbehörden leisteten einer vermeintlichen Massenverweigerung muslimischer Schulkinder Vorschub, bestätigt sich nicht.
Mit Ausnahme Hamburgs haben alle Bundesländer die Anfrage beantwortet. Der Leiter des Clearingprojekts, Torsten Jäger, kommt zu einem eindeutigen Schluss: “Die Ergebnisse der Befragung zeigen, dass die in öffentlichen Diskussionen häufig geäußerten Unterstellungen falsch sind.
Soviel zum Thema VORURTEIL und RECHERCHE.
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Tatsachenbiegen als neuer Akademikersport? Nekla Kelek muss es wissen…
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Aber bereits im Februar 2006 wurden Kelek unseriöse Machenschaften vorgeworfen: [...] Offenbar wurden hier die eigenen – und zwar wissenschaftlich abgesicherten - Erkenntnisse mutwillig verbogen, um am Buchmarkt einen Erfolg zu landen und sich dabei selbst als authentische und vorgeblich wissenschaftlich legitimierte Ansprechpartner zu allem, was mit „den Türken“ oder „dem Islam“ zutun hat, in Szene zu setzten. Das Kalkül geht auf, von der taz bis zur ZEIT wird Kelek gerne konsultiert, wenn es darum geht, „türkische“ oder „islamische“ Verhaltensweisen zu deuten. Sie darf gewalttätige Übergriffe türkischer Fussballnationalspieler gegen die Schweizer Mannschaft unreflektiert auf die islamische Religionszugehörigkeit der türkischen Spieler zurückführen oder Vandalismus von jungen Migranten nach französischem Vorbild mit Hinweis auf das Unvermeidliche der „türkisch-islamischen Kultur“ auch für Deutschland prognostizieren. Dabei sind die „Analysen“ nichts mehr als die Verbreitung billiger Klischees über „den Islam“ und „die Türken“, angereichert durch schwülstige Episoden aus Keleks Familiengeschichte.
Dass Politik mit Hilfe der Medien zur Verbreitung solch unseriöser Literatur beiträgt, um eigene integrationspolitische Fehler im Umgang mit dem Thema Zuwanderung zu verschleiern - diese Entwicklung beobachten wir mit Besorgnis.[...] Von Dr. Mark Terkessidis/ Prof. Dr. Yasemin Karakasoglu
Soviel zur Glaubwürdigkeit der Broderfreundin…