
Stell Dir vor, es ist Olympia
April 4, 2008und keiner guckt zu.
Trotz Tibet, anhaltender Menschenrechtsverletzungen in China und der Verurteilung kritischer Intellektueller zu jahrelangen Haftstrafen sieht es nicht so aus, als wollte der “Westen” die Olympiade boykottieren. Stattdessen sondert man Appelle und Ermahnungen Richtung Peking ab, die die dortigen Machthaber kaum ein Schulterzucken Wert sein dürften, denn dort weiß man genau, dass dem “Westen” florierende Geschäfte im Reich der Mitte wichtiger sind als ein paar Hundert ermordete Tibeter, Ujguren und andere Angehörige von Minderheiten oder solche, die mehr Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte fordern. So weit, so schlecht.
Wo unsere Regierungen und unsere Wirtschaft versagen, bleibt uns, den Bürgern, ein einfaches, aber wirkungsvolles Mittel übrig, unseren Unmut über dieses Verhalten und die chinesische Regierung zum Ausdruck zu bringen: der Fernsehboykott. Klingt banal, ist es auch, aber: Rauschen die Einschaltquoten in den Keller, gehen die Werbepreise mit. Und wenn die Fernsehmacher ihre Produktionskosten nicht refinanzieren können, tun sie das, was wirtschaftlich sinnvoll ist: sie schalten ab.
Auch das ist natürlich ein frommer Wunsch, aber: Ich werde mir keine Sekunde Olympia in der Glotze antun und ich hoffe, dass viele andere es ebenso halten werden.




