
Sehr schön. Mit und ohne Ton.
Mai 16, 2008ohne Bilder auch.

Zwar nur ein ganz klein wenig davon, aber immerhin recht(s) unterhaltsam:

[...] Broder stinkt nur noch rum. Kritiker sind für ihn schnell «Hobby-Antisemiten, Judenreferenten und alternative Sesselpupser». Die «tageszeitung» bezeichnet er «Kinderstürmer aus Kreuzberg». Broder jedoch war es, der sich im August 2005 auf einem «Pro-westlichen Heimatabend» mit Konsorten des rechten Internetforums «Politically Incorrect» traf. Inzwischen hat er sich zwar von dieser paranoiden Verbindung distanziert; in seinem «Spiegel»-Beitrag «Wehe, wen der Muezzin stört» entwirft er allerdings seine Schreckensvision einer islamischen Weltherrschaft im Jahre 2067. Fast ist man geneigt, ihm beizupflichten: Wer will schon fünf Mal täglich den Muezzin rufen hören, wo schon die Kirchenglocken bei ungünstigen Windverhältnissen allzu laut donnern.
Während Broder mit allen publizistischen Bandagen der Diskriminierung kämpft, ist Niggemeier in seinem Privat-Blog eher ein «Medium», da er in die nüchternen Sachberichte nur hin und wieder Spitzen einstreut wie: «An manchen Stellen wird der vielfache Zirkelschluss so überzeugend, dass ich wetten würde, dass Broder selbst am Ende die Dinge glauben würde, die er selbst erfunden hätte.»
Broder hat eine bedauerliche Wandlung vom großmäuligen Stilisten zum ressentimentgesteuerten Ätzer durchgemacht. Statt klarer Gedanken sind es primitive Reflexe, die in beinah jedem seiner Sätze gegen ihn verwendet werden können. Seine Spezialdisziplin ist der hinkende Vergleich: «Wenn alle Menschen zur gleichen Zeit in ihre Autos steigen würden, käme der Verkehr zum totalen Stillstand.» So wetterte Broder im «Tagesspiegel» gegen die Demokratisierung durch das Internet, da die Teilnahme potentiell Aller an der Meinungsbildung insgesamt «doof» mache. Dabei hat sich Broder selbst vor kurzem im «Spiegel» zum Dieter-Bohlen-Fürsprecher promoviert. Das unterbietet sogar noch das Niveau, auf das er ohnehin schon abgestürzt ist.
Es hat etwas Vergebliches. Ein älterer Mann will fortwährend provozieren und mischt doch nur Mediendreck auf.
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Da bin ich Mal ganz pragmatisch: Wenn diese Koalition ein weiteres Mosaiksteinchen auf dem Weg zum Ende der FDP sein sollte, ist’s mir Recht. Ansonsten scheißegal. Denn auch diese Koalition wird die Verwerfungen in unserer Gesellschaft akzeptieren und weiter betonieren wie jede andere derzeit denkbare Koalition auch. Denn merke: Die Grenzen verlaufen nicht mehr zwischen rechts und links, sondern zwischen oben und unten.

wäre gerne ein Ernst Jünger der Neuzeit. Vielleicht ist es - das Pausbäckchen - aber auch einfach nur schwul. Jedenfalls kann es einem nur Leid tun ob seiner jenseitigen Phantasien.

Henry Siegman, früherer Direktor des American Jewish Congress, hat in der heutigen Süddeutschen einen interessanten Artikel veröffentlicht, in dem unter anderem Folgendes zu lesen ist:
Es gibt keine realistische Perspektive für einen souveränen palästinensischen Staat. Und dies vor allem deshalb, weil die zahlreichen israelischen Regierungen von 1967 bis heute nie die Absicht hatten, einen solchen Staat Wirklichkeit werden zu lassen.
Große Worte, gelassen ausgesprochen. Henryk M Broder und Konsorten dürften spätestens jetzt die Messer wetzen…
Erstaunlich ist [...] dass die Völkergemeinschaft so tut, als nehme sie Israel die Behauptung ab, das Opfer zu sein, die von ihm besetzten Menschen aber die Aggressoren.
Ich höre die Kameraden schon “jüdischer Selbsthass” raunen…
[...]die Erwartung, unkritische Unterstützung werde zu einer größeren Bereitschaft Israels führen, für den Frieden Risiken auf sich zu nehmen, steht im Widerspruch zur Geschichte dieses Konflikts. Diese hat vielmehr gezeigt: Je kleiner der Widerspruch ist, den Israel von seinen Freunden im Westen erhält, desto kompromissloser wird sein Verhalten gegenüber den Palästinensern. Und genauso reagierte Premier Ehud Olmert auf die Erklärungen von Sarkozy und Merkel: Er kündigte neue Bauprojekte in Ostjerusalem an und genehmigte damit Wohnungsprojekte, die frühere Regierungen wegen ihrer negativen Wirkungen auf ein Friedensabkommen eingefroren hatten.
Jetzt jaulen sie, denunzieren den Mann aus vollen Rohren und schimpfen ihn einen Antisemiten. Wetten?
Update 14.04: LIZAS WELT schreibt hier ungefähr das, was ich erwartet habe. Allerdings wesentlich dümmlicher als ich erwartet hätte. Da muss sich die rechtszionistische Propaganda etwas mehr anstrengen, meine ich. Ich erlaubte mir übrigens einen Kommentar zum Geschreibsel des Bayernlutschers, der wohl kaum veröffentlicht werden dürfte:
“Schade. Dies wäre ein gelungener Beitrag gewesen, wenn sein Autor am Ende auch zur Climax gekommen wäre, sprich: ABGESPRITZT hätte. So aber bleibt das Geschriebene hohle Hirnwichse ohne Hand und… wie gesagt.
Weiter so, Jungens!”

Dieser Versager, von dem niemand mehr etwas wissen wollte, der sich schon nach Israel verpisst hatte - wo noch weniger Leute was von ihm wissen wollten - geriert sich heute als der große Warner vor der “islamischen Invasion Europas”. Er, der Exlinke und wiedergeborene Westler (Erweckungserlebnis 11.09.2001) schrei(b)t gegen alles an, was im politischen und gesellschaftlichen Diskurs einigermaßen vernünftig daher kommt. Und es lohnt sich für den NEURECHTEN: Das Schleimmaul Markwort erkennt ihm einen Preis zu, die schwarzbraune Stadt Aalen erkennt ihm einen Preis zu. Was will er also mehr?
Noch mehr Geld.
Ihm geht es nicht um Antisemitismus. Ihm geht es nicht um Islamismus. Ihm geht es nicht um Terror. Ihm geht es um seine lächerliche Existenz. Und er hat seine Marktlücke erkannt.
Dieser ekelhafte alte Mann.

und keiner guckt zu.
Trotz Tibet, anhaltender Menschenrechtsverletzungen in China und der Verurteilung kritischer Intellektueller zu jahrelangen Haftstrafen sieht es nicht so aus, als wollte der “Westen” die Olympiade boykottieren. Stattdessen sondert man Appelle und Ermahnungen Richtung Peking ab, die die dortigen Machthaber kaum ein Schulterzucken Wert sein dürften, denn dort weiß man genau, dass dem “Westen” florierende Geschäfte im Reich der Mitte wichtiger sind als ein paar Hundert ermordete Tibeter, Ujguren und andere Angehörige von Minderheiten oder solche, die mehr Demokratie und die Einhaltung der Menschenrechte fordern. So weit, so schlecht.
Wo unsere Regierungen und unsere Wirtschaft versagen, bleibt uns, den Bürgern, ein einfaches, aber wirkungsvolles Mittel übrig, unseren Unmut über dieses Verhalten und die chinesische Regierung zum Ausdruck zu bringen: der Fernsehboykott. Klingt banal, ist es auch, aber: Rauschen die Einschaltquoten in den Keller, gehen die Werbepreise mit. Und wenn die Fernsehmacher ihre Produktionskosten nicht refinanzieren können, tun sie das, was wirtschaftlich sinnvoll ist: sie schalten ab.
Auch das ist natürlich ein frommer Wunsch, aber: Ich werde mir keine Sekunde Olympia in der Glotze antun und ich hoffe, dass viele andere es ebenso halten werden.

“Man muss kein Marxist sein, um zu sehen, dass es um die kapitalistische Verheißung derzeit nicht gut bestellt ist. Der Beinahe-Crash des Finanzsystems gibt all jenen recht, für die die unsichtbare Hand des Marktes nur deshalb unsichtbar ist, weil es sie gar nicht gibt. Nun ist die Ratlosigkeit groß. Noch gestern wollten die ökonomischen Eliten den Staat zum Hilfskellner im Kasino-Kapitalismus degradieren; heute rufen sie kleinlaut nach seiner helfenden Hand, damit er brav ihre Zeche zahlt. In der Tat, niemand anderes als Josef »Victory« Ackermann, Chef der Deutschen Bank, hat mit seinem spektakulären Eingeständnis das neoliberale Dogma von der Klugheit des Marktes in Trümmer gelegt: »Ich glaube nicht allein an die Selbstheilungskräfte der Märkte.«”
Lesenswerter Artikel von Thomas Assheuer in der ZEIT.

Was die WELT schreibt und was sie besser geschrieben hätte:
Er ist einer der übelsten, miesesten Propagandafilme der Neuzeit. 2008 produziert der holländische Politiker Geert Wilders das offen anti-islamische Hetz-Werk “Fitna”. Die Muslimprovokation Ende März war ein Test. Mit ihrem Schweigen gab die Bevölkerung in Deutschland, durch den vorangegangenen Meinungsterror bereits eingenordet, ihre muslimischen Mitbürger der Verfolgung preis. Wenige protestierten. Die Ausrichtung der rechten Propaganda war klar: Die Muslimhasser waren sowieso gewonnen, die anderen würden stillhalten, solange glaubhaft der Eindruck vermittelt würde, an der Ausschaltung der Muslime aus dem öffentlichen Leben führe kein Weg vorbei.
Die Filmhistorikerin Ayse Ecevit („Die dämonische Leinwand“), die 2006 aus Deutschland ausgewandert war, bekannte mir gegenüber: „Wir Berliner Türken haben doch alle Herres ,PI’ und Broders Tiraden auf SpOn gelesen und die Hetze nicht ernst genommen. Wir dachten, es richte sich nur gegen die Fundamentalisten, und die mochten wir selber nicht.“
“Wir haben nun genug von dem muslimischen Dreck“, schnappten Spitzel im Kino auf. Geert Wilders hochgejazzter Film „Fitna“ schlägt alle Downloadrekorde.
2 Millionen Zuschauer innerhalb 24 Stunden haben „Fitna“ gesehen. Die scheinbar authentische Dokumentation eines Falls von „Ehrenmord“. Das hatte 1738 bei der öffentlichen Hinrichtung des muslimischen Reisenden – schon damals in den Augen von Zeitzeugen ein Justizmord – und bei den folgenden anti-islamischen Ausschreitungen keine Rolle gespielt – doch wer wusste das schon? Der Film enthüllt Neid, Verleumdung, Rachlust.
Er verfestigt mit seiner suggestiven Kraft das anti-islamische Bild des verfemten Muslim.